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Holzfarm-Chronik Kapitel 5

Die Chance

Die Arbeit nahm Überhand und ich schaffte es nicht mehr allein. Es musste Hilfe her. Zwei Mitarbeiterinnen wurden halbtags eingestellt. Aber der Laden fraß so viel Zeit und Energie und ich konnte mich kaum noch um den Onlineshop kümmern. Bestellungen konnte ich nicht mehr so wie früher am selben Tag verschicken und das Marketing blieb gänzlich auf der Strecke. So nahm das Unglück seinen Lauf. Mein Mann und ich gerieten öfter an einander, weil ich nur noch arbeitete. Ich wollte ja unbedingt diesen schei...Laden haben usw....

Wandmalerei Dornröschenschloss und alter Bauernschrank im neuen Laden

Naja, wir hangelten uns von Monat zu Monat und versuchten unser Bestmögliches. Ich kam mit der Arbeit nicht hinter her. Es gab die Überlegung, das Geschäft in Kellinghusen wieder zu schließen. Doch eines Tages hatte ich Besuch von einem meiner Vertreter. Ein Vorteil, wenn man ein Geschäft hat. Dann besuchen die einen auch persönlich. Der erzählte mir von einem Geschäft im nahegelegenen Bad Bramstedt, das aus Altersgründen schließt. Dort gäbe es seit 30 Jahren diesen Spielzeugladen und ob das nicht etwas für uns wäre.

Wandmalerei Jungsecke mit Rakete und fremden Planeten

Nach kurzer Überlegung hatten wir uns entschieden. Also wieder umziehen. Wir machten einen großen Räumungsverkauf, damit wir nicht so viel Ware mitnehmen mussten. Es blieben aber dennoch genug Kartons übrig, die in einen riesengroßen LKW passten. Aber die Umzugsfirma hatte uns gelobt, dass sie selten so ein top vorbereiteten Umzug machen durften und dann auch noch mit leckerem Kuchen belohnt wurden. Am Nachmittag war alles erledigt, für die Umzugsleute. Für uns ging der Spaß erst wieder richtig los.

der ganze LAden ist voller KArtons und Regalteile, kein Durchkommen

Zeitgleich mussten wir den in die Jahre gekommenen Laden in zwei Monaten wieder auf Vordermann bringen. Neue Decke, neuer Fußboden, die Wände waren teilweise noch unverputzt. Auch hier haben wir wieder alles selber gemacht. Auf den Knien liegend haben mein Mann und ich spät abends Teppichfliese für Teppichfliese verlegt, bis die Hände von der kratzigen Wolle bluteten. Unsere Kinder wurden in dieser Zeit von Oma und Opa behütet.

Deckenschienen müssen gesäubert werden, unverputzte Wänder werden mit Rigips verkleidet

Ich hatte mir für die Gestaltung etwas Besonderes ausgedacht. Ich wollte den Kunden Produkte bieten, die durch ihre Individualität bestachen und die es nicht an jeder Ecke gab. Die Räumlichkeiten sollten zum Verweilen einladen und der Kunde sich wohlfühlen und staunen. Ich habe mir überlegt, die Produkte thematisch in Abteilungen zu präsentieren und habe die Wände passend bemalt.

grün für die Holzabteilung

Zwischen den Regalen findet man Dornröschens Schloss und Mic und Mo fliegen in ihrer Rakete zum Mars. Eine hässliche Säule haben wir mit einem „Traumzauberbaum“ ganz aus Holz verkleidet. Ein Resümee an meine Lieblingsgeschichte aus Kindertagen. Dieser beherbergt nun unsere Bücherschätze. Ein alter Bauernschrank wurde von Schwiegerelterns Dachboden geschleppt und 350 km weit gefahren. Ich hab ihn abgeschliffen, „gecremt“ und etwas umfunktioniert. Nun gibt er auch diesem Geschäft wieder einen auflockernden warmen Touch. Unser kleines Zweimann-Team hat Zuwachs bekommen, da wir es nicht schafften, den Laden ganztags zu öffnen und auch die Kunden vom Versand zu betreuen. Frau Gerdinand kam zur Unterstützung, brachte ihre langjährigen Erfahrungen durch ihr eigenes Geschäft bei uns ein und packte von Anfang an kräftig zu.

mit einem Holzbaum verkleidete Säule

Im vorletzten Teil erzähle ich von unserer Eröffnungsparty und zeige euch gern noch mehr Bilder vom fertigen Laden, wenn Ihr mögt.

Eure Christine